„Natürlich“ – ein Deal

28. April 2011 · Von · Rubrik: Aktuell, Wirtschaft, Wissen

Wenn es zu einem Deal kommt, dann braucht es Dealer. Um Deutschlands Atomendlagerprobleme zu lösen, bräuchte es einen Deal – oder mehrere. Deutschland wäre fein draussen, Probleme hätten dann die anderen. Wie denn das?

Natürlich eine gute Idee“

Vielleicht liegt es an den frühen Morgenstunden, um noch frei von der Tageslast zu einer Idee zu kommen. So geschehen im Interview des Deutschlandfunks mit dem Energieexperten Georg Erdmann, Präsident der Gesellschaft für Energiewissenschaft und Energiepolitik. Die Interviewerin fragte:

Ute Welty: Wenn Sie schon Fukushima erwähnen, dort ist ja das Kind in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen, der Ort wird auf sehr lange Zeit sehr stark belastet sein – wäre das eine Idee, den Müll direkt dorthin zu bringen?

Auf diese Frageidee muss man erst einmal kommen. Jedenfalls springt Georg Erdmann auf diese Frage wie auf einen Zug, denn er nicht verpassen will. „Das ist natürlich eine gute Idee“, so Erdmann,

„es gibt ja nicht nur in Fukushima Gegenden, die radioaktiv verseucht sind, sondern es gibt natürlich auch in Russland solche Gebiete, und ich habe ja schon früher mal gelegentlich mich entsprechend geäußert, dass man sich natürlich im Rahmen der internationalen Atomenergiebehörde Verfahren ausdenken könnte, um jetzt zum Beispiel ein internationales Endlager zu definieren, wo dann diejenigen, die das Endlager nutzen, auch gleichzeitig Aufwand betreiben, um die dortigen Belastungen an der Oberfläche zu beseitigen. Natürlich braucht das ein internationales Abkommen, natürlich braucht das auch internationale Glaubwürdigkeit, dass der Transport von dem Atommüll dahin nicht unterwegs verloren gehen kann, das ist alles kompliziert.“

„Natürlich“ ist die Idee gut, „natürlich“ braucht es ein Abkommen und „natürlich“ braucht es Glaubwürdigkeit – Erdmanns Lesart, die Atomabfälle am besten zu zu exportieren, beispielsweise nach Fukushima oder nach russische verseuchte Gebiete zu exportieren.

Probleme? Oh ja, darüber weiss Georg Erdmann Bescheid, nämlich ob ein entsprechender Deal möglich und dieser glaubwürdig sei, ein solcher Deal (Erdmann: „ob man da nicht einen Deal hinbekommt„) der Bevölkerung zu vermitteln sei und dass beim Atomabfalltransport unterwegs nichts verloren ginge. Aber man weiss doch: Deals und Dealer setzen sich über vieles, manchmal über alles hinweg.

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Ein Kommentar
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  1. Sie kommt auf diese Frage, weil sie sich aus dem Pressearchiv des Deutschlandradio die letzten Berichte und Interviews ueber/von Erdmann durchgelesen hat. Das hat der in Bezug auf Tschenobyl schon ein paar mal geaeussert.

    Diese Diskussion ist auch nicht wirklich neu.

    Ekelhaft ist, wie Welty die Frage formuliert. Sie macht sich die Idee zu eigen, schmiert dem Mann Honig ums Maul und betreibt plumpe Meinungsmache.