Merkelsche Logik
23. Januar 2011 · Von ulp · Rubrik: PolitikUm Worte ist die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) selten verlegen. Nur: Nicht die Worte zählen sondern deren Inhalte.
Von der “Brücke” wohin?
Bemerkenswert bei Angela Merkel ihre ureigene Logik, die entlarvt, was in Merkels Kopf abläuft. Spätestens seit dem Hamburger CDU-Wahlkampftermin weiss die Republik, wie aus einer Meldung in der Frankfurter Rundschau hervorgeht, dass Hartz IV kein Lebenszustand sei sondern eine Brücke zurück in die Arbeitswelt.
Betroffene werden Merkels Ansicht wohl nicht teilen, besonders jene mehrere Millionen arbeitslose Menschen, die nicht mehr als Arbeitslose zählen. Merkels “Brücke” führt also nicht nur zurück in die Arbeitswelt. Merkels “Brücke” ist ihr Synonym, um den Ernst der Lage positivzureden.
Nützliche Hartz IV-Empfänger
Die Logik der Angela Merkel geht noch einen Schritt weiter, denn sie verrät, warum sie die Dauerarbeitslosigkeit senken will. Nein, in erster Linie nicht darum, dass Arbeitslose durch Arbeit wieder neue Lebensgefühle mit Aussichten erhalten. Merkels Logik lautet anders:
„Wenn wir es schaffen, die Dauerarbeitslosigkeit nachhaltig zu senken, erhalten wir einen Spielraum in Milliardenhöhe für den Schuldenabbau und für Zukunftsinvestitionen“, sagte Merkel am Samstag bei einem Wahlkampftermin in Hamburg.
Die Arbeitslosenquote müsse deshalb dauerhaft deutlich unter der Drei-Millionen-Marke bleiben.
Wie nützlich doch Hartz IV-Empfänger sein können, um sie in der Wahlkampfpropaganda zu instrumentalisieren.