Eine Medienfinanzkrise?

2. März 2009 · Von · Rubrik: Medien

Endlich findet Don Alphonso eine der Krisen, nämlich die “Krise der Blogger”, geschmückt mit dem obligaten Seitenhieb gegen spassige, vergnügliche, zerstreuende und informierende Blog-Schreiber.

Keine Krise von …

Die Krise der Medien schlage überall durch, meint Don Alphonso in der Blogbar. Das stimmt, meint der “Bürger-Herold”, wenn man die “Krise der Medien” oder die “Medienkrise” als übergeordneten Begriff verwendet. Weiter meint Alphonso, es sei keine Krise von Print, keine Krise des klassischen Journalismus. Das beruhigt ungemein zu wissen, dass es die Gesellschaft mit einer Medienkrise zu tun hat, aber um keine Krise von diesem oder jenem.

Sollte der “Bürger-Herold” jetzt salopp schreiben, die Medienkrise – aus der Vogelperspektive – sei dadurch gekennzeichnet, indem sie aus keinen Krisen besteht? Aus Alphonsos Betrachtungen erfahren wir mehr:

[...] Die Blogosphäre ist wunderbar als Ort für Spass, Vergnügen, Zerstreuung und Information, aber ein Nichts in Sachen Verwertung. Insofern ist die allgemeine Medienkrise auch eine Krise der Blogger, die Verwertung wollen. Und es ist damit auch eine Inhaltekrise, [...]

Eine Inhaltekrise?

Endlich findet Alphonso eine der Krisen, nämlich die “Krise der Blogger”, geschmückt mit dem obligaten Seitenhieb gegen spassige, vergnügliche, zerstreuende und informierende Blog-Schreiber. Na gut, wenn Don Alphonso bei den Bloggern ein “Nichts in Sachen Verwertung” erfährt, dann ist das sein Bier. Bei unserer morgendlichen Lektüre haben wir in der Online-Ausgabe einer Tageszeitung auch ein Nichts der Verwertung vorgefunden, was natürlich irreführend ist. Der “Bürger-Herold” hat schlicht und einfach nichts verwertet.

Eine “Inhaltekrise”, wie Don Alphonso schreibt? Damit kann der “Bürger-Herold” mehr anfangen, aber nur bedingt. An Inhalten fehlt es eigentlich nicht. Vielleicht ist es lediglich eine Krise der “Verpackungskünstler”, die die Inhalte “übersetzen” und in Informationspakete hineinschreiben, von denen die Macher meinen, dies sei gut für Leser oder Zuschauer. Über die Qualität liesse sich lange diskutieren, doch am Ende ist sie nur so gut wie die Qualität der Schreiber, die wir vorhin als “Verpackungskünstler” bezeichnet haben. Diese Betrachtung ist allerdings zu einseitig.

Die Mittel fehlen

Andererseits ist Qualität auch nur so gut, wie es die Verleger, Chefredakteure und deren Finanzakteure zulassen. Ist es nicht das Letztere, worin die Medienkrise besteht? Die etablierten Medien, einst verwöhnt von Werbegeldern, fahren nicht mehr genügend Mittel ein, um durch journalistische Leistungen aufzufallen. Ja, und die Revolution der Informationsvermittlung via Internet gibt den vorläufigen Rest, weil sie sich noch weniger finanzieren lässt, selbst wenn es sich um namhafte Medien handelt.

Wie man sieht, handelt es sich um ein Wechselspiel zwischen der Qualität von Journalisten und Medien. Beide brauchen das Geld zum Leben, aber wenn es nicht reicht, dann sinkt die journalistische wie verlegerische Qualität. Das ist im Print-Bereich der Fall und noch gravierender im Internet. Gewiss, die Entwicklungen sind ziemlich unterschiedlich und treffen auch nicht bei allen Medien zu. Aber bei zunehmender Tendenz einer sinkenden Qualität sieht der “Bürger-Herold” keinen Grund, dafür etwas zu bezahlen, damit die Medien aus ihrer Medinenfinanzkrise herauskommen[1][2][3][4].

Fussnoten:

  1. Amerikas Zeitungen kämpfen ums Überleben
  2. Arm, ärmer, Autor
  3. taz: “Arm, ärmer, Autor”. Schade – wieder eine Chance vertan.
  4. Würden Sie für Online-Nachrichten zahlen?

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