Flach und ohne Mehrwert
19. Februar 2009 · Von ulp · Rubrik: MedienDer “Schweizer Narr” zeigt exakt auf, wie flache Nachrichten ohne Mehrwert zur journalistischen Relevanz erhoben werden.
Nur nicht in die Tiefe gehen
Während etablierte Medien, die mit ihren Print-Ausgaben erhebliche finanzielle Mühen haben, darüber diskutieren, ob Online-Leser bezahlen sollten[1][2][3], beschreiten manche bereits einen Online-Journalismus, der nicht einmal einen halben Cent wert ist. Er ist flach, bewegt sich an der Oberfläche und verdient nicht den Namen “Qualitätsjournalismus”. Tiefgang? Ein Fremdwort. Der Schweizer Narr sucht beim Newsnetz-Artikel (Online) vergeblich nach Tiefgang:
[...] Diese Publikation beweist aber wieder einmal mehr, die Journalistenzunft (in diesem Fall Norbert Raabe) stellen Behauptungen auf die durch einen Blick in die bestehende Literatur sich sogar als Lächerlichkeit herausstellt. [...]
Es kann sein, dass es Zeitgenossen gibt, die es enorm wissenswert finden, ob Hitler gerülpst oder seine Fingernägel gekaut hat. Martin Luther soll ja auch gerülpst haben. Der “Schweizer Narr” zeigt exakt auf, wie etablierte Medien flache Nachrichten ohne Mehrwert zur journalistischen Relevanz erheben.
Auch eine Gegewartsangelegenheit
Nicht nur, dass der “Schweizer Narr” dem Tages-Anzeiger bzw. der Basler Zeitung (Online) eine Blösse vorhält, sondern er vermittelt gleichzeitig anhand anderer Fakten eine Botschaft:
[...] Der Schweizer Narr klingelt mit den Glocken, Hornbrille Mr Jones… schau besser mal unter die Oberfläche der Faszination des Bösen, vielleicht spiegelt sich da auch etwas interessantes Altbekanntes wieder, von dem es besser jetzt zu berichten gäbe, als erst nächstes Jahr! [...]
Die “Faszination des Bösen” – abgesehen von Hitler – ist auch eine Gegenwartsangelegenheit. Das “Böse” ist ein Allgemeinbegriff. Dazu braucht es klare Worte zur Benennung des “Bösen” ebenso wie die Aufklärung darüber, wie das “Böse” entsteht: warum, mit welchen Methoden und zu welchem Zeitpunkt – z. B. Rechtspopulismus[4][5]. Im Moment erlebt der “Bürger-Herold” teilweise einen Ausverkaufsjournalismus – Nachrichtenhäppchen und -schnäppchen, eine Aldisierung der Nachrichtenqualität.
Fussnoten: