Maulwurffahrplan durcheinander
4. Februar 2009 · Von ulp · Rubrik: WirtschaftWenn der DB-Kritiker klein genug ist, dann greifen die DB-Juristen zu. Nichts als aufgepumptes Muskelspiel, um zu beweisen, wie schwach deren Stärke ist.

Deutsche Bundesbahn: Vertrauen ist gut, Vertrauen abschaffen noch besser (© ulp)
Ran an die Daten
Erich Fritz Emil Mielke[1] war einst DDR-Minister für Staatsischerheit. Für dieses Amt gehörte es zum guten Ton, alles was es gibt und nicht gibt, zu überwachen. Was hat sich der Westen damals darüber echauffiert. Immerhin hatte Mielke alle Menschen lieb. Der “Bürger-Herold” unterstellt mal dem Chef der Deutschen Bundesbahn (DB), Hartmut Mehdorn, dass er auch alle Menschen lieb hat, oder wenigstens seine mehr als 200’000 Mitarbeiter.
Wer die Menschen lieb hat, macht sich an dessen Daten ran bzw. lässt diese Arbeit Andere ausführen[2]. Überprüfen, abgleichen, erfassen, sichten – dazwischen bewegt sich auch das gesamte Potenzial der Überwachung. Der Skandal läuft, Mehdorn spielt wie immer auf Sturheit und Salamischneiden. Ein geplagter Mann, den der deutsche Staat nicht einmal mit einem Panzer aus seinem Amt herausziehen kann.
Aufgepumptes Muskelspiel
Aber wenn der DB-Kritiker klein genug ist, dann greifen die DB-Juristen zu. Nichts als aufgepumptes Muskelspiel, um zu beweisen, wie schwach deren Stärke ist. Das bewährte Mittel: ein Griff in die Abmahnkiste mit Ziel Netzpolitik:
[...] Die Deutsche Bahn AG hat mir soeben meine erste Abmahnung für dieses Blog geschickt. Konkret geht es um das interne Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn, das ich am Samstag hier publiziert habe. [...]
Das Memo gibt es übrigens auch noch als PDF, fall die Juristen “Netzpolitik” das Leben schwer machen. Nur noch ein Kommentar von uns: Der Deutsche Bundesbahn (siehe Skandal) findet sich auf den eigenen Maulwurfschienen nicht mehr zurecht, weil die DB-Maulwurfwärter irgendwo versagen. Ansonsten gibt es über den Mehdorn-Skandal jede Menge Stoff zum Llesen[3][4][5][6][7]. “Vertrauen schaffen ist gut, Vertrauen abschaffen noch besser”, ein Motto, das man sich merken sollte, denn dann wäre Vertrauen kein Thema mehr.
Fussnoten: