Hier 13, wir kommen auch!

30. November 2008 · Von · Rubrik: Politik, SVP & Co.

Gerade ist der Doppelstosstrupp Christoph Blocher und Ueli Maurer unterwegs, um wenigstens einen Hut auf der Stange der Regierung zu platzieren. Kurioses Geschehen, was einiges an Hirnakrobatik abverlangt.

Fremde und heimische Vögte

Wäre der “Bürger-Herold” nicht so friedliebend, dann wünschte er sich die Schlacht am Morgarten (1315) zurück. Nicht weil es dort handfest zu und her ging, so mit Schlachtfeld, gespaltenen Schädeln und durchbohrten Brüsten, sondern wegen des Hofnarren Kuony von Stocken. Der soll nämlich denen, die alles haben wollten, also seinen Habsburgern, gesagt haben:

[...] Ihr geratet wohl, wie ihr wollt in das Land Schwyz hinein kommen, jedoch geratet keiner, wie ihr wieder wollt heraus kommen [...]

OK, damals ging es um die fremden Vögte. Heute sind die fremden Vögte nur noch etwas für die Schweizerische Volkspartei (SVP), weil sie mit ihnen gute vaterländische  Stimmung machen kann. Über heimischen Vögte der Schweiz redet kaum jemand. Doch was ist schon “fremd” und “heimisch”? Alles ist relativ!

Doppelstosstrupp unterwegs

Gerade ist der Doppelstosstrupp Christoph Blocher und Ueli Maurer unterwegs, um wenigstens einen Hut auf die Stange zu werfen. Kurioses Geschehen, was einiges an Hirnakrobatik abverlangt: Christoph Blocher sei der Beste, glaubt er von sich selber. Demzufolge haben das alles SVPler zu glauben, vor allen Dingen der Zweitbeste. Klar, der Beste will eigentlich schon regieren, sagte aber mehrmals, er wolle nicht. Aber weil er der Beste ist, soll der Zweitbeste auch wollen oder müssen. Nicht ganz ohne Sinn: Denn wird er Beste am 10. Dezember nicht gequält gewählt, kann dieser locker sagen, er habe ja garnicht gewollt.

Der Zweitbeste, Ueli Maurer, meint, der Bundesrat-Job sei eher Bürde als Würde. Das versteht der “Bürger-Herold”. Der Zweitbeste würde bestimmt gerne regieren wollen, schon wegen der Pensionsberechtigung, dürfte aber eigentlich nicht wollen, weil er nicht der Beste ist. Der Beste (Blocher) ziert sich zu wollen, und darum muss der Zweitbeste wollen, der im Prinzip nicht wollen dürfte, aber vielleicht doch will.

Die Dreizehn rüsten auf

Jetzt kommt die grosse Stunde vom Hofnarren Kuony von Stocken. Der ist zwar tot, aber vollzieht gerade im Grabe eine klappernde Drehung, um gen SVP geisterhaft zu hauchen:

[...] Ihr geratet wohl, wie ihr wollt in die Regierung hinein kommen, jedoch geratet keiner, wie ihr wieder wollt heraus kommen [...]

Guter Rat ist teuer. Aber von Stockens neuer Rat ist scheinbar angekommen, damit es Dreizehn schlage. Und schon rollt eine Gruppe 13 das Fähnlein aus, um den SVP-Doppelstosstrupp zu stürzen, bevor ein richtiger Sturz möglich ist. Ja, und damit die Narretei noch eine besondere Note erhält, weiss der Sonntags-Blick zu berichten, dass dem Besten vom Thurgauer SVP-Genossen Peter Spuhler eine Klage drohe. Allen Lesern wünschen wir einen schönen Sonntag.

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