Hilfe, wir kommen!
29. November 2008 · Von ulp · Rubrik: Politik, SVP & Co.Man kann es auch anders betrachten: Die Schweiz geht wegen der SVP-Politiker nicht unter.
Rescue Team ist unterwegs
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) blickt nach der Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher, mehr oder weniger erfolgsloser Opposition und Zerfallserscheinungen aus dem Tunnel. Die schweizerischen Medien sind ganz hingerissen, weil sie genug Stoff für die nächsten Tage haben. Und so sind die Parolen wieder auf der Rollbahn, was die Schweiz braucht oder nicht braucht. Da kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein. Ganz in der Rolle der Errettung ist Toni Brunner, SVP-Chef von Christoph Blochers Gnaden:
[...] Die Schweiz braucht uns! [...],
wie baz online von der SVP-Delegiertenversammlung berichtet. Vielleicht gibt es noch eine Gebrauchanleitung und eine Verpackungsbeilage. Nun ja, welcher Politiker hat nicht im Bauch, dass das Land ihn brauche. Die Einen müssen es immer wiederholen, die Anderen nehmen es vielleicht nicht so ernst. Man kann es auch anders betrachten: Die Schweiz geht wegen der SVP nicht unter, also braucht die Schweiz nicht zwingend SVP-Politiker. Realität ist, dass SVP-Politiker die Schweiz brauchen und nicht umgekehrt.
Update: Das Spiel geht weiter
So wie die SVP mit einem Tandem – Ueli Maurer und Christoph Blocher – in die kommende Bundesratswahl einsteigt, so dürfte es sich nach der Wahl um eine Doppelrolle der Regierungsteilnahme bzw. Oppositionsrolle anbahnen. Zoon Politicon spricht von einem Spagat:
[...] So verständlich der Spagat aus der inneren Logik der Partei sein mag, so hinderlich ist es für sie auch mit Blick auf einen nachhaltige Integration ins Regierungsgeschehen. Damit vergibt sich eine Pol-Partei auch die Möglichkeit, eine effektive Führungsrolle im Bundesrat übernehmen zu können. [...]
Wenn dem so wäre, dann könnte die Schweiz zunächst - wenigstens temporär gesehen – einigermassen beruhigt sein. Doch wenn wir im Gesamtzusammenhang betrachten, haben wir es mit einem grossen Personenbefindlichkeit zu tun. Toni Brunner, der “Ziehsohn”, und Ueli Maurer, der “Aufsteiger”, sind in diesem Zusammenhang nicht so sehr interessant. Mittelpunkt ist (noch) Christoph Blocher, der “Geschlagene”, dessen Gedankengut die Partei zu vertreten hat. Der “Bürger-Herold” hat nicht das Gefühl, dass das Spiel mit der Wahl beendet ist.
Ich hoffe doch sehr, Hubacher hat Recht – denn diejenigen, die was vorbereiten, schweigen…
Ich nehme an dass Du auf diesen Beitrag Bezug nimmst.
So ist es. Ich bin einfach erstaunt, wie alle Medien so wohlwollend über Maurer schreiben – ich hoffe doch sehr, dass die Bundesversammlung da nicht einstimmt.