Schutz- oder Notfallschirme?
17. November 2008 · Von ulp · Rubrik: Politik, WirtschaftVon Schutzschirmen reden die Politiker bereits seit einiger Zeit. Man spannt ihn auf, und die Sache, meinen sie, sei gelaufen.
Die neuen Schutzschirmpolitiker
Kürzlich, in den Fernsehnachrichten gesehen, erzählte Peer Steinbrück (SPD), deutscher Finanzminister, im Kindergarten Märchen und über Schutzschirme. Der Schutzschirm, erklärte Steinbrück den Kindern in diesem Zusammenhang, sei wie ein Regenschirm, den man aufspanne, wenn es regnet. Und weil die Politiker, die modernen Märchentanten und -onkel, nicht gestorben sind, erzählen sie weiterhin von wundersamen Schutzschirmen, die jüngst auch der Wahlchancen witternde Noch-Ministerpräsident von Hessen, Roland Koch (CDU), spannen will.
Da in Märchen alles stimmt, so muss auch die Mär von den Schutzschirmen stimmen. Die Wirklichkeit sieht natürlich anders aus. Der Schutzschirm, derzeitiger Mainstream-Begriff aller Politiker, die etwas auf sich halten, dient eben nicht – symbolisch gesehen – dem Schutz vor Regen. Überhaupt sind es keine Schutzschirme, sondern es handelt sich um Fall- und Notfallschirme, mit denen fallweise staatliche Geldsendung sanft in den Finanzlöchern der von der Krise Geschüttelten sicher landen sollen und deren Regenfässer wieder auffüllen. Wer spannt schon den Schutzschirm auf, wenn es Geld regnet?