Reicher Onkel in Amerika

11. November 2008 · Von · Rubrik: Wirtschaft

Was, werte Leser, Sie haben keinen reichen Onkel in Amerika? Das ist wirklich schade, denn dann hätten Sie ihm einen Brief schreiben können.

Brief an W.

Der Brief an den reichen Onkel könnte etwa so lauten: “Lieber Onkel Schorch, rück das Geld raus, damit ich den Mist hinter mir bringen kann. Aber dann halte Dich von mir fern. Dein Guiseppe.” Reinen Herzens beteuert der “Bürger-Herold”, dass dieser Brief eine fiktive Angelegenheit ist. Das “wahre” Leben ist immer anders:

“Dear President Bush:”, so beginnt der IIF-Brief des wahren Lebens, mit “Sincerely, Josef Ackermann” (PDF-Datei) und weiteren vier Unterschriften endet er. Wir übertreiben nicht. Zwischen Anrede und Gruss stehen fünf Seiten Lobby-Arbeit für die Finanzkrisenpolitik. Quintessenz, wie wir sie herauslesen: Viel Schmeichelworte und ein “Welcome” für die staatlichen Rettungspakete und mit

[...] Financial systems should be restored to a private sector footing, to operate on a competitive market basis, as soon as circumstances allow.  [...]

solle der Privatsektor wieder hergestellt werden, sobald es die Umstände erlauben. Chef des Weltbankenverbandes IIF (The Institute of International Finance, Inc.) ist Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Wie man sieht, ist der Hätschelstaat ganz brauchbar, so lange er den Finanzmarkt nachfüllt (siehe Meldung über American Express). Mal gucken, ob George Bush (siehe Adresse im Brief) den Brief liest oder ihn an W. weitergibt.

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