Kein Nicken fürs Ticken

7. November 2008 · Von ulp · Rubrik: Politik, Wirtschaft

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff wandelt in den Spuren von Hans-Werner Sinn. Undurchdachtes Denken im Aufmarsch.

Vergleiche zur Stimmungsmache

Bereits die Äusserungen von Hans-Werner Sinn, Ifo-Chef aus München, hat beim “Bürger-Herold” die Frage ausgelöst, was wohl in dessen Kopf getickt hat. Wir haben dazu bereits Stellung bezogen. Als wir den Spiegel-Bericht von heute gelesen und wahrgenommen haben, dass der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) die Stimmung zu den Managergehältern als Pogrom-Stimmung bezeichnet, stellt sich der “Bürger-Herold” die selbe Frage: Was tickt bei ihm? Ja, wer ist der Nächste, der so tickt?

Der “Bürger-Herold” ist nicht unbedingt der Meinung, dass die oben Genannten absichtlich einen Vergleich zur Judenverfolgung ziehen wollten. Aber den Vergleich zu verwenden, eine eigene Stimmungsmache anzuzetteln, das war Absicht. Und dies ist nicht die Stimmungsmache gegen Juden, sondern gegen die Kritiker von Managergehältern. Verletzt werden aber Juden und Kritiker gleichzeitig: Die Juden wegen des Vergleichs mit der Judenverfolgung. Und die Kritiker von Managergehältern mit der versteckten Unterstellung, diese Kritiker sorgen potenziell für Pogrom-Stimmung oder heizen potenziell eine Judenverfolgung an.

Fähig zu Unfähigkeit

Nun zur Frage, was bei Hans-Werner Sinn, bei Christian Wulff so tickt. Es ist die Unfähigkeit, überhaupt die richtigen Worte zur Kritik an Managergehälter zu finden, und die Unfähigkeit, die Unfassbarkeit der Judenverfolgung in einen richtigen Kontext zu setzen. Aber um so stärker ist ihr Wille, unterschwellig den Kritikern den Mund zu verbieten. Das ist die Methode der Herrschenden, die immer noch glauben, der Rest der Welt sei dumm.

Die Denkweisen von Sinn und Wulff erreichen eine Dimension, die mit Sachlichkeit nicht im entferntesten Sinne etwas zu tun hat. Sie beweisen ihre Hilflosigkeit, was in Extremfällen dazu führen kann, dass solche Menschen wie wild mit der Verbalkeule schwingen. Hinterher entschuldigen sie sich, wenn ein bisschen Druck gemacht wird. Das war’s dann? Das war es eben nicht, denn deren Unglaubwürdigkeit, ihre Menschenferne bleibt. Beides verdient den Sockel nicht, auf den sich solche Herren gerne stellen (lassen).

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