Denken oder Gedenken

11. September 2008 · Von · Rubrik: Politik, Weltkonflikte

Der Mainstream sagt, dass heute der Gedenktag des 11. Septembers 2001 ist, der der Tag der Anschläge in New York mit gut 3000 Todesopfern.

Viele 11. September

Für den “Bürger-Herold” ist der heutige 11. September ein Tag wie jeder andere auch, ausser dass es draussen ziemlich triste ist. Fast, denn irgendwie ist es auch ein einzigartiger Tag, gefüllt mit Aktivitäten, die sich nicht exakt gleich wiederholen lassen. Heute denken wir, weil der 11. September ist, etwas anderes als vor einem Jahr, als vor sieben oder 35 Jahren. Was der “Bürger-Herold” vor 141 Jahren gedacht haben könnte, ist eine Frage ohne Antwort.

Der 11. September 2008 draussen beim Bürger-Herold (c ulp)

Der 11. September 2008 draussen beim Bürger-Herold: Eigenartige Gewitterstimmung - Vordergrund volle Sonne (© ulp)

Der Mainstream sagt, dass heute der Gedenktag des 11. Septembers 2001 ist, der Tag der Anschläge in New York mit rund 3000 Todesopfern[1]. Weiter zurück liegt der 11. September 1973, ein blutiger Tag von Militärputchisten, die in Wirklichkeit Henker waren und dies in der Folge gezeigt haben.[2]. Wesentlich friedvoller das Erscheinen des ersten Bandes von Karl Marx “Das Kapital” am 11. September 1867[3]. Obwohl eine 11.9.-Gedenkliste aufschlussreich wäre, belassen wir es bei diesen drei Ereignissen. Wer gedenken will, soll es tun oder bleiben lassen.

Gemeinsamkeit zum Nachdenken

Die drei erwähnten Eckpunkte im Polygon der Geschichte geben auch Anlass zum Denken. Zum Beispiel über Gemeinsamkeiten, nämlich dass die USA in irgend einer Weise betroffen waren. 2001 fiel der Mythos, die USA seien unangreifbar. 1973 lagen beim Putch gegen Salvador Allende handfeste Eigeninteressen der USA in Chile vor. Ja, und Marx’s “Das Kapital” müssen wir in Bezug zu den USA nicht erklären. Alle drei Ereignisse sind nicht ohne Folgen geblieben, indem die USA ihr Weltbild mit allen Mitteln, auch Gewalt, verteidigen und in die Welt hinaustragen.

Zum Schluss noch ein Ereignis – die Uraufführung von Schillers “Die Jungfrau von Orléans” am 11. September 1801[4], jene Geschichte des Bauernmädchens, das sich von Gott berufen fühlte. Auch hier gibt es eine Parallele zu den USA, zu ihren Gott beflissenen und berufenen Politikern, deren Weltbild an ihrem kontinentalen und religiösen Tellerrand endet. Leider folgen ihnen viele westliche Staaten mit “erstaunlicher Kurzsichtigkeit”, wie Michael Lüders in der Frankfurter Rundschau schreibt. Übrigens wurde das heliozentrische Weltbild von der katholischen Kirche auch an einem 11. September anerkannt.

Fussnoten:

  1. 11.9.2001: Terroranschläge in Amerika
  2. 11.9.1973: Militärputsch in Chile
  3. 11.9.1867: “Das Kapital”
  4. 11.9.1801: Schillers “Die Jungfrau von Orléans”

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