Noch eine Hymne

1. September 2008 · Von ulp · Rubrik: Wirtschaft

Wirtschaftsjournalisten sind wegen der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank ganz hingerissen.

“Nicht einmal” zehn Milliarden

Wiederum schreibt ein Autor – diesmal Andreas Nölting – im “Spiegel” einen mundgerechten Lobesbericht über die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank – jetzt noch hymnenhafter und konkreter.

“Es ist vollbracht”,

schreibt der total hingerissene Autor. Helga Einecke in der Süddeutschen Zeitung ist auch nicht viel besser und meint:

“Der Bankbeamte, der sein Leben lang für ein Kreditinstitut arbeiten durfte, ist ohnehin ein Auslaufmodell”

Warten auf den nächsten Heuschrecken-Deal (c ulp)

Warten auf den nächsten Heuschrecken-Deal (c ulp)

Die Schaffung eines zweiten “nationalen Champions”  kostet 9000 Stellen und darüber hinaus eine Kleinigkeit von 9,8 Milliarden Euro (statistisch gesehen rund 125 Euro je BRD-Einwohner oder 1,1 Millionen Euro je Arbeitsplatzverlust infolge der Übernahme)[1]. Wie im Warenhaus: 9,80 Euro statt 10 Euro oder 9,8 Milliarden statt 10 Milliarden Euro. Zehn Milliarden wären für die Schnäppchenjagd ja eine Katastrophe.

“Don’t worry”, das Geld von rund zehn Milliarden bleibt in sicheren Händen. Hingegen fliessen die Arbeitsplatzverluste locker durch die Finger und Buchungs-Computer, positioniert als auslaufmodellierter “Kollateralschaden” als begleiterscheinende Einzelfälle mit Faktor Tausend. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hören wir schon sagen: “Wir arbeiten daran”, und Steuereintreiber Peer Steinbrück (SPD) wundert sich über die steuerlichen Abschreibungen.

Fussnoten:

  1. Die Commerzbank übernimmt die Dresdner Bank

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