Noch mehr Köpfe

7. Juli 2008 · Von · Rubrik: Wirtschaft

Josef Ackermann ist kein Mann der Bescheidenheit. Darum muss er auch in eigener Sache erklären, dass er zu den besten Köpfen Deutschlands gehört.

Der “arme” Ackermann

Welt Online wiegelt vorsichtshalber ab, dass der Schweizer Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, nicht einmal zu den Top-Verdienern in Deutschland gehöre. Der Arme, musste er im letzten Jahr mit “nur” 14 Millionen Euro Jahresvergütung sein Dasein fristen. Warum Ackermann so viel kassiert? Die Lösung ist einfach: Seine Einkommenshöhe ist ein Produkt des Marktes und der knappen Verhältnisse, so die Ackermann-Version. Im Bericht, zu dem es zwei Autoren braucht, heisst es weiter:

[...] Wenn man die besten Köpfe nach Deutschland holen wolle, müsse man diese auf internationalem Niveau bezahlen. „Wo dieses Niveau liegt, darüber sollte der Markt entscheiden und niemand anders”, forderte der Schweizer. Im Übrigen seien nicht in erster Linie die Managergehälter schuld am sinkenden Ansehen der Marktwirtschaft hierzulande. „Hauptgrund ist die Verunsicherung infolge der Globalisierung”, meinte Ackermann. [...]

Anders verstandene Teilhabe

Nun ja, Ackermann ist kein Mann der Bescheidenheit. Darum muss er auch in eigener Sache erklären, dass er zu den besten Köpfen Deutschlands gehört. Junge, Junge, was den Schweizern an Josef Ackermann verloren gegangen ist. Nein, in erster Linie sind die Managergehälter nicht verantwortlich für den Niedergang der Sozialen Marktwirtschaft. Aber in zweiter, in dritter Linie liegt eine Mitverantwortlichkeit vor, die zum Sinken des Ansehens führt. Die hohen Managergehälter, die anders verstandene Teilhabe, sind eben ein Teil eines neuen Denkens, das aus der Sozialen Marktwirtschaft eine Abbruchstelle macht.

Der Hauptgrund liegt auch nicht in der Verunsicherung infolge der Globalisierung. Es sind die vielen “Ackermänner”, ob in Banken oder in der übrigen Wirtschaft, die die Globalisierung zum Tummelfeld neuer Spekulationen, Preiskalkulationen und Produktionskosten machen. Dabei bleiben heimischen Produktionsstandorte vielfach auf der Strecke, was beispielsweise der “Nokia”-Fall von Bochum gezeigt hat. Nein, was Josef Ackermann in diesem Verlautbarungsbeitrag zum Besten gibt, kann nicht von einem der besten Köpfen stammen.

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Ein Kommentar
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  1. [...] wollen, müsste die Kammer zu einer Halle, oder besser Hölle ausgeweitet werden. — Noch mehr Köpfe Josef Ackermann ist kein Mann der Bescheidenheit. Darum muss er auch in eigener Sache erklären, [...]