Nutzloser Ärger
10. Mai 2008 · Von ulp · Rubrik: Medien, Schreiber-SchlachtWährend die Medien über Qualitätsjournalismus diskutieren und Leserverluste beklagen, laufen selbständige Leser durchs Web und gehen ihre eigenen Wege.
Nutzloser Ärger
“Natürlich”, schreibt BloggingTom,
“Monetarisierung einer Website via Werbung ist praktisch und bringt (wie auch hier) ein paar Franken rein. Trotzdem frage ich mich, wem solche Layer-Ads nutzen. Dem Website-Betreiber? Kaum, denn der verärgert seine Leser. Aber auch das beworbene Produkt oder die so Firma dürfte sich damit wenig Freunde schaffen.” [...]
Die Reaktion von “BloggingTom” kann der “Bürger-Herold” durchaus verstehen. Aber diesen Ärger haben wir schon längst aus unserem Ärger-Repertoire abgeschafft. Nicht nur dass eine störende Werbung beim “Bürger-Herold” verpufft, sondern solche Publikationen stehen bei uns auf der Kippe. Dabei haben wir nicht einmal etwas gegen gute Werbung.
Die Kunst, Leser zu verlieren
Spätestens nach dem Drittenmal, wenn uns das oben Beschriebene passiert (oder Werbung generell zum Störfaktor wird), ist es eine Sache von Sekundenbruchteilen: Die Publikation hat uns als Leser verloren. Insofern sind die sogenannten Layer-Ads – also die Anzeigen zum An- oder Wegklicken – unter Umständen zur “Kunst” mutiert, um Leser zu verlieren. Aber dies ist nicht das Problem der Leser.
Das Bemerkenwerte daran ist, dass dieser Leserverlust im Gegensatz zu den Medien für uns Leser kein Verlust ist. Denn erstens wimmelt es im Web an Konkurrenz, zweitens, was die Verlage zur Kenntnis nehmen sollten, sind die meisten Medien austauschbar. Sie diskutieren zwar darüber, wie sie verlorenen Boden wieder gewinnen können. Doch während sich die Medien über Qualitätsjournalismus die Köpfe heissreden, laufen selbständige Leser durchs Web und schaffen sich ihre eigene Feed-Zeitung.
Gemäss Ärgerbarometer http://www.aergerbarometer.ch erregen die SMS und MMS Werbungen im TV am meisten Unmut. Tiefer in der Rangliste sind aber auch die Internet-Werbetechniken Layer-Ads und AdWord vertreten.