Auf doppeltem Boden

28. März 2008 · Von ulp · Rubrik: Politik, Wirtschaft

In Bayern gibt man sich nicht so schnell mit einfachen Dingen zufrieden – die wundersame Verdopplung des Nichthabens.

doppelpack.jpgKarikatur: Bayerisches im Doppelpack (© ulp)

Bayerisches Finanzgenie

Stimmt ja auch, doppelt genäht hält besser, die Risse erfolgen meistens nebendran. Ein bayerisches Doppel sind der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein und sein CSU-Vereinschef Erwin Huber. Letzterer ist ein Finanzgenie, darum ist er Staatsminister für Finanzen – so heisst das in Bayern.

Weil Huber und Beckstein ein Doppel sind, sind sie nur mit Doppeltem zufrieden. Zum Beispiel ist der bayerische Transrapid statt auf die Schienen den Bach runter, weil sich seine Kosten von 1,85 Mrd. Euro auf rund 3,8 Mrd. verdoppelt haben. Wer sich verdoppelt hat, weiss niemand so richtig. Das bayerische Finanzgenie Huber ist rat- und tatlos.

Alles im Doppelpack

Erwin Huber hat es gerne im Doppel, nämlich mit der BayernLB. Diese Bank, die mit 1,9 Mrd. Euro Kreditausfällen (so heisst das) eine Schlagseite hat, könnte locker ihre Schlagseite verdoppeln, weil ihr Schaden auf 4 Mrd. Euro steigen könnte. Auch in diesem Falle ist das Finanzgenie Huber rat- und tatlos.

Wie sich doch die Zahlen ähnlich sind, als ob es sich um ein perfektes Timing handelt. Doch Achtung: Nur Schelme, die Böses denken, spekulieren jetzt. Eines ist jedoch sicher, denn das politische CSU-Doppel Beckstein und Huber erlebt gerade ein doppeltes Desaster. Beckstein/Huber, Transrapid und BayernLB: der bayerische Tripelpunkt – ohne Doppel-P.

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2 Kommentare
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  1. Was mich wundert, ist das die beiden Herren diese Themen so fürchterlich schnell hintereinander weg abhandeln. Klar die Landtagswahlen, aber den Transrapid hätte man doch noch bis nach den Wahlen am kochen halten können.

    Wenn die beiden Spezerln und so schnell und so leicht in ihre Karten schauen lassen dann ist da noch was anderes im Busch. Könnte es sein, das die so schnell aus der Deckung kommen, damit der eine dem anderen nicht die Hütte anzünden kann? Oder kommt da noch was dickeres nach, für das Platz geschaffen werden muss? Abwarten und Tee trinken.

  2. Na ja, vielleicht ist das alles als eine soziale Aktion gedacht. Es könnte sich durchaus um ein “Gegengeschäft” handeln. Wenn die armen Bayern schon auf den Transrapid verzichten (müssen, wollen?), dann weckt dies das Mitgefühl der Nation, dass dann dazu dienen könnte, mal eben schnell die BayernLB-Gans zu stopfen bzw. die Nation über den Tisch zu ziehen. Das politische Bayern ist im Abzocken und Über-den-Tisch-ziehen recht begabt (siehe versickernde EU-Gelder).