Politische Arroganz

20. Dezember 2007 · Von · Rubrik: Politik

Die Arroganz des Dieter Wiefelspütz (SPD), Innenexperte im deutschen Bundestag, nimmt immer mehr seltsamere Formen an. Offensichtlich kann Wiefelspütz keine unangenehmen Fragen ertragen.

Seltsame Sichtweise

Aufschlussreich Dieter Wiefelspütz’ Antwort auf einen fragenden Bürger (Name des Bürgers v. d. Red. abgekürzt – via) beim abgeordnetenwatch.de):

[...] Sehr geehrter Herr B.,

ich bin seit 1987 Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der letzten Wahl wurde ich mit 55 % der Erststimmen in den Bundestag gewählt. Ich bin Volksvertreter. Sie, Herr B., sprechen für sich und sagen Ihre Meinung. Sie tuen aber so, als sprächen Sie für das Volk. Haben Sie dafür ein Mandat? Könnte es sein, daß Sie den Mund ein wenig voll nehmen? Ich halte es für eine bösartige Unterstellung zu behaupten, ich betrachte Wähler als “niedere Menschen”. Ihre Wortwahl spricht bereits für sich.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz [...]

Kaum ein Volksvertreter

Es ist unerheblich, ob Dieter Wiefelspütz seit 20 Jahren Mitglied des Bundestages ist. Erheblich sind jedoch die 55 Prozent. Die haben es nämlich in sich. Es handelt sich um einen Stimmenanteil, der sich nur auf einen kleinen Wahlkreis bezieht und lediglich einen kleinsten Bruchteil der deutschen Wähler darstellt. Damit ist Wiefelspütz, dem Usus entsprechend, zwar ein so genannter Volksvertreter: Im höchsten Falle jedoch nur zu 55 Prozent seines Wahlkreises. Ein Volk ist grösser als diese 55 Prozent.

Der “Bürger-Herold” wird immer stutzig, wenn sich Abgeordnete als Volksvertreter bezeichnen, denn man sieht sehr leicht, wie viele der Politiker – darunter auch Wiefelspütz – das Volk eben nicht vertreten. Sie sagen es nur, weil es so schön tönt. Freundlicherweise machen wir auf unstimmige Aussagen von Dieter Wiefelspütz aufmerksam, die wir in Schwachsinnsfrage ins Visier genommen haben (passt zum Spiegel-Beitrag). Was nun, Dieter Wiefelspütz? Wir denken, dieser Sozialdemokrat ist ziemlich nervös.

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2 Kommentare
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  1. grandioser Unfug. Ein Volk ist auch größer als 100% eines Wahlkreises. Nach der Logik wäre kein Abgeordneter legitimiert, wieviel Rückhalt im Wahlkreis auch immer.

  2. Ganz grob gerechnet: Bundesweit gab es 2005 47,2 Millionen gültige Erststimmen. Wiefelspütz hat in seinem Wahlkreis 55 Prozent erhalten (entspricht rund 100’000 Erststimmen in seinem Wahlkreis). Wenn man so will, dann hat Wiefelspütz ein politisches Mandat von gut 0,2 Prozent aller bundesweiten Erststimmen erhalten. Meine Kritik geht nicht dahin, ob sich Wiefelspütz Volksvertreter nennen darf bzw. legitimiert ist. Meine Frage lautet, ob er das Volk vertritt. Es sieht nicht danach aus, obwohl er sich Volksvertreter nennen kann. Sie wissen ja, ein Abgeordneter ist nicht an Aufträge und Weisungen gebunden, was die ganze Sache noch brisanter macht.