E-Mehl vom Amt
29. August 2007 · Von ulp · Rubrik: PolitikBundesjustizministerin Brigitte Zypries findet das Ansinnen des deutschen Trojanerministers, Wolfgang Schäuble, überhaupt nicht nett.
Höchst amüsiert
Nachdem sich die Blog-Szene bereits vor Tagen über das Frage- und Anwortspiel von Bundesinnenministerium und SPD amüsierte, scheint es jetzt doch noch in den Medien angekommen zu sein (wir berichteten in Gespensterpolitik darüber). Dazu schreibt die TAZ heute:
[...] Das Bundesjustizministerium (BMJ) von Brigitte Zypries (SPD) findet so etwas allerdings gar nicht gut, weil es “das Vertrauen in Mails von staatlichen Stellen beeinflussen könnte”. [...]
Anscheinend rechnen die Urheber solcher Schnüffel-Software immer noch mit der Dummheit der Mail-Empfänger. Dabei sollte es sich herumgesprochen haben, dass bei vielen Mails, besonders mit Anhängen, höchste Vorsicht geboten ist (der “Bürger-Herold” holt sich seine Mails seit langem nicht mehr auf den PC).
Vertrauen in Mails?
Auf eine Art ist Brigitte Zypries goldig. Das Vertrauen in Mails ist doch nur noch Mehl. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Absender – gefälscht oder echt – noch vertrauenswürdig sind. Wie will Zypries Vertrauen in staatlichen Stellen erwarten, wenn staatliche Stellen, d. h. die Menschen, die dort arbeiten, zu Bürgern kein Vertrauen mehr pflegen?
Wie sich dieses dümmliche Theater weiterentwickelt, können wir nicht sagen. Aber wir gehen davon aus, dass es nicht lange dauert, bis eine Gegenmittel bekannt wird, auch wenn es verboten ist. “Krieg der Trojaner” – kein schlechter Titel.