„Abstrus“ bis peinlich

11. Mai 2011 · Von · Rubrik: Aktuell, Gesellschaft, Kultur

Was einst angesichts der Plagiatsvorwürfe von Karl-Theodor zu Guttenberg als „abstrus“ bezeichnet wurde, hat sich um 180 Grad gekehrt. Seine Plagiate waren absichtlich, seine Doktorarbeit war zweifelhaft.

Je höher desto plumps

Münchhausen ist schon lange tot, aber seither reiten andere seine Kanonenkugel. Karl-Theodor zu Guttenbergs Kanonenkugel flog nicht lange: Je höher desto plumps und das Urteil der Universität Bayreuth desto drastischer. ARD Tagesschau berichtet:

Das Fazit der Prüfung hatte die Universität bereits Ende vergangener Woche mitgeteilt. Danach sind weite Teile der Doktorarbeit des CSU-Politikers Plagiate. Die Aberkennung des Doktortitels am 23. Februar sei zu Recht erfolgt, so die Universität.

Laut 83-seitigem Abschlussbericht der Universität Bayreuth habe Guttenberg vorsätzlich getäuscht. Ein kurzer Blick in den Bericht verrät auf Seite 32 noch folgendes:

Aus heutiger Sicht – im Wissen um das Plagiat – würde man sich noch eingehendere Ausführungen zur „Originalität“ (so die Formulierung von Herrn Prof. Streinz, Anlage 2, Zweitgutachten Prof. Streinz, S. 4), also zum „innovative[n] Charakter“57 bzw. zum „Neuigkeitswert“58 der Arbeit – und damit zum Ausmaß des wissenschaftlichen Fortschritts – wünschen.59 Für die Kommission erschließt sich die „Originalität“ des Ansatzes nicht ohne Weiteres. Dass hierfür die erstmalige Aufbereitung der Thematik in monographischer Form ausreicht (wie offenbar die Gutachter meinen), erscheint der Kommission zweifelhaft. Auch ist für die Kommission nicht zu erkennen, welches die hervorstechenden Thesen oder die besonderen Ergebnisse der Arbeit sind, derentwegen die Vergabe der Höchstnote gerechtfertigt erschien.

Gut zu wissen, dass Elite und Elite zwei verschiedene Dinge sind.

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