Nachhilfestunde vom Regierungssprecher

4. Mai 2011 · Von · Rubrik: Aktuell, Weltkonflikte

Es ist zum Heulen: Immer wenn Politiker etwas Unpassendes sagen, liefern sie nach, dass es nicht so gemeint war. Zur Freude der Bundeskanzlerin über den Tod Bin Ladens folgt nun eine Interpretationshilfe.

Warum die Kanzlerin hier war

Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel darf sagen was sie will. Nochmals zur Wiederholung:

Also ich bin heute erst einmal hier um zu sagen, ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten …

Aber die Interpretationshilfe, die jetzt Regierungssprecher Steffen Seibert nachliefert, ist schon sehr merkwürdig. Seibert sorgt sich um den Gesamtzusammenhang, demzufolge die Äusserung von Merkel anders gesehen werden muss:

So habe Merkel gleich zu Anfang des Statements davon gesprochen, dass bin Laden nun keine weiteren Anschläge mehr in Auftrag geben könne.

Erstens: Dies hat die Kanzlerin tatsächlich gesagt, aber nicht gleich zu Anfang ihres Statements sondern erst nach etwa einer Minute, um genauer zu sein.

Zweitens hat der umstrittene Satz (siehe oben) der Kanzlerin wenig mit ihrem Statement zu tun. Er erfolgte nämlich auf die letzte Frage eines Journalisten, die Merkel mit dem obigen Satz einleitend und dann umschiffend beantwortete. Dieser Satz ist eindeutig und verrät darüber hinaus ihr Motiv, warum die Kanzlerin überhaupt zu ihrem Statement eingeladen hatte.

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