Geheimniswut mit System

27. Februar 2009 · Von · Rubrik: Gesellschaft, Medien

Journalisten können auch zu Tätern mutieren, indem sie für den BND in geheimer Mission unterwegs sind.

Mal Opfer – mal Täter

Wie hoch war in der Bundesrepublik der Wellengang, als herauskam, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) – der geheime Staat – Journalisten bespitzeln liess[1]. In diesem Falle wurden Journalisten zu Opfern. Keine Regel ohne Ausnahme, denn Journalisten können auch zu Tätern mutieren, indem sie für den BND in geheimer Mission unterwegs sind[2][3]. Welcher Hahn kräht danach, wenn es niemand merkt?

“Arschkriecher gibts, die gibts gar nicht”, schreibt Journalistenschredder… und weist ohne Umschweife auf die Zapp-Sendung “Peinliche Details – Journalisten liefern Informationen an BND” hin (auch als Text). Anscheinend gibt es die Kriecher, die geheimen Maulwulwürfe doch. Das sind die modernen Blockwarte, die mit “qualitäts-journalistischer” Ader nicht nur für ihre Leser schreiben, interviewen oder fotografieren, sondern auch nachrichtendienstliche “Prostitition” beim BND betreiben.

Stinkender Dreck

Kausch & Friends fragt, ob dahinter System stecke. Natürlich steckt dahinter System, wobei Journalisten vermutlich nur ein Teil des Informantenmosaiks sind. Der wohl bekannteste Systemvertreter dürfte der sammelwütige, technologieausschöpfende deutsche Überwachungs- und Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sein. Aber der weiss auch nicht alles, was im geheimen Staat abläuft. Untersuchungskommissionen sind, wenn Fehlleistungen ans Tageslicht kommen, höchstenfalls eine Demokratieschau ohne grosse Bedeutung. Die Aufklärung hört dort auf, sobald der Stempel “Geheimhaltung” aus der Tasche gezogen wird.

Wenn es im Titel der Zapp-Sendung “peinliche Details” heisst, so kann der “Bürger-Herold” solches nicht als Peinlichkeit bezeichnen. Es handelt sich um den stinkenden Dreck der geheimen Staatsmacht, die mit Tricks und Geld manche Bürger zum Spitzel macht, darunter eben auch Journalisten. Das gehört zum geheimen System, das als Kopie unterdessen auch in Unternehmen an Beliebtheit zunimmt[4]. Vertrauen zum bundesdeutschen Staat? Ein Witz!

Fussnoten:

  1. BND-Präsident weist Kenntnis von Bespitzelungen durch BND zurück
  2. Von Agenten, Journalisten und Kumpanen
  3. Dem BND zu Diensten
  4. Maulkorb für Mehdorn

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2 Kommentare
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  1. [...] “Geheimniswut mit System” (virtualreview.ch) [...]

  2. [...] “echte Journalisten inoffizielle Mitarbeiter des BNG” (meingottundmeinewelt.de) “Geheimniswut mit System” [...]