Vom Rücktritt zur Freistellung

9. Februar 2009 · Von · Rubrik: Politik

Unser Beitrag “Der neue Sitzenbleiber” ist bereits ein alter Hut, denn der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos darf, muss, soll oder kann nun doch nicht mehr sitzenbleiben.

Die Geschichte vom Nichtwollen

Zuerst wollte Glos (CSU) nicht mehr, nämlich das, was er vermutlich nie wollte: Wirtschaftsminister sein[1]. Das schrieb Glos auch dem lieben Horst in Bayern. Der Seehofer Horst (CSU) wollte aber nicht, dass Glos nicht mehr wollte. Folglich musste Glos doch lieber wollen, d. h. er solle lieber nicht mehr nicht mehr wollen. Weil Seehofer die “Regierungsmutti” Angela Merkel (CDU) anrief und sagte, der Glos wolle nicht mehr, aber er, der Horst, nicht wolle, dass Glos nicht mehr wolle, fasste Merkel, die empfindlich aufs Durchregieren ist, den temporären Plan: Merkels Machtwort wollte auch nicht, dass Glos nicht mehr wollte.

Auch ein Machtwort ist nur Schall und Rauch. So begab es sich also, damit es keine unendliche Geschichte gibt, dass Merkel und Seehofer einen Kurzschluss veranstalteten, weil Durchregieren doch nicht alles ist. Statt der Schlag des Kurzschlusses wegen Merkel und Seehofer trifft, treibt der Schlag jetzt Glos vor sich her, denn Merkel und Seehofer wollen jetzt nicht mehr wollen, dass Glos nicht mehr will. Salomonisch wie Merkel und Seehofer sind, haben beide Glos’ Haltbarkeitsdatum herabgesetzt: Glos muss jetzt wollen, was er eh nicht wollte: Wirtschaftsminister sein. Fazit: Michael Glos ist per Rücktritt freigestellt worden – mit Pensionsberechtigung[2].

Fussnoten:

  1. Der neue Sitzenbleiber
  2. Genug von der Politik – deutscher Wirtschaftsminister geht in Pension

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