Seltsames Rumeiern
30. Januar 2009 · Von ulp · Rubrik: KulturAus Sicht des “Bürger-Herolds” hat sich Richard Williamson wegen seiner Holocaust-Lüge nicht beim Papst entschuldigt.
Komplette Farce
Es scheint wohl auch ein “Geheimnis Gottes” zu sein[1] – der Ausweg, nichts erklären zu wollen – was so im Nachlauf zum Holocaust-Lügner-Bischof Richard Williams geschieht[2][3]. Die nächste Runde heisst vermutlich, wer sich bei wem entschuldigen solle. Eiligst berichten bereits die Medien, Bischof Richard Williamson habe sich bei Papst angeblich entschuldigt.
| Schlechte Beratung? |
|---|
| 31.1.2009/ulp – Hans Küng im Gespräch mit dem Deutschlandradio: Ob der Papst schlecht beraten gewesen sei: |
| [...] Nein, er war nicht nur schlecht beraten, natürlich war er auch schlecht beraten. Er hat ja nur Jasager um sich, die ihm schmeicheln, aber hat doch offenkundig auch selber doch weithin den Kontakt zur Welt draußen verloren. Er sieht alles aus den Fenstern des Vatikans und kann nicht sich vorstellen, wie das auch auf die Katholiken in aller Welt wirkt, [...] |
| Erhebt sich nicht die Frage, auch für Katholiken, ob der Papst, der Vatikan und die vielen sogenannten kirchlichen Würdenträger überhaupt mit dem echten Leben noch in Verbindung stehen? Eine solche Frage sollten sich übrigens auch Exponenten anderer Religionen gefallen lassen. |
Die Neue Zürcher Zeitung kommt der Sache etwas näher. Bei der Entschuldigung handelt sich um Williamsons Brief an den südamerikanischen Kardinal Castrillón Hoyos[4], der am 28. Januar 2009 bei Panorama Católico Internacional in Spanisch veröffentlicht wurde, eine englische Version bei Dinoscopus. Letztere hatten wir um Mitternacht aufgrund der Drachenkarikatur – fehlt nur noch das Feuergespeie – für dubios gehalten.
Aus Sicht des “Bürger-Herolds” hat sich Richard Williamson einerseits für seine Unruhestiftung nicht beim Papst entschuldigt, es sei denn, es ist noch etwas in der Entschuldigungs-Pipeline. Andererseits, was noch wichtiger ist, hat Williamson nichts von seiner Holocaust-Lüge und seinem verwirrten Antisemitismus zurückgenommen. Eine Farce in zweierlei Hinsicht: Entschuldigung in die falsche Richtung, nämlich nicht bei direkt Betroffenen seiner Äusserungen, und keine Rücknahme. Aber dafür bietet Williamson dem Papst und Kardinal demütigst eine Messe an.
Fussnoten:
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