Berliner Kommentar mit Absichten

28. November 2008 · Von · Rubrik: Weltkonflikte

Die “Balance von Freiheit und Sicherheit” ist längst nicht ausdiskutiert, nämlich was der Staat darf und nicht darf.

“Schwache Staaten stabilisieren”
Terrorismus oder Krieg entsteht nicht aus dem Nichts. Er ist eine Wirkung, die Ursachen hat, sowie die Wirkung selbst wieder zur neuen Ursache wird. Der “gute” Westen ist in diesen Wechselspiel von Ursache und Wirkung nicht unbeteiligt.
Mehr als zwei Dutzend Staaten sollen es sein, wie einer Meldung des Schweizer Fernsehens SF1 zu entnehmen ist, die gemäss der IPPR-Studie Security in a globalised world die Sicherheit Grossbritanniens gefährden, wie Haiti oder Jemen.
“Die Autoren der Studie fordern die britische Regierung auf”, heisst es in der SF1-Meldung, “die sogenannten schwachen Staaten zu stabilisieren und zu unterstützen”. Man beachte diesen Wortlaut. Was der Westen unter Stabilisierung und Unterstützung versteht, das wissen die Bürger unterdessen, nämlich Krieg.

“Man stelle sich vor”

Offen gestanden, der “Bürger-Herold” ist nicht oder kaum in der Lage, zu den schrecklichen Ereignissen während der letzen Tage in Mumbai etwas Vernünftiges zu schreiben. Zu viele Informationen jagen um die Welt, wenn man sich nicht nur auf Hauptinformationsquellen beschränken will. Der Terrorismus ist schrecklich wie ein Krieg, egal von welcher Seite. Schrecklich der Gedanke, wenn Menschen gegen Menschen alles auf eine Karte setzen. Und schrecklich die Vorstellung, wann und wo das Grauen demnächst zuschlagen könnte. Dennoch kann der Schrecken keine Lebensgrundlage sein.

“Man stelle sich vor”, so beginnt die Story von Frank Jansen im Tagesspiegel, um auf ein mögliches Szenario in Berlin einzustimmen. Warum Berlin, warum nicht irgendein Ort? Gibt es Unterschiede? Und am Ende seines Beitrags erwärmt sich Jansen für die verbissenen Ideen von Wolfgang Schäuble (CDU). Ein Kommentar mit Absicht! Darum beginnt er seinen Beitrag mit “Man stelle sich vor”, statt über die “Balance von Freiheit und Sicherheit” zu schreiben. Letzteres ist längst nicht ausdiskutiert, nämlich was der Staat im Rahmen der Sicherheit tun soll und im Rahmen der Freiheit nicht tun darf.

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