Seltsames Olympia-Gold
5. August 2008 · Von ulp · Rubrik: Gesellschaft, Kultur, MedienDie Olympiade ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: die Jagd nach sportlichen Rekorden, Geld und politischem Ansehen..
Geld und Zensur
Die Frankfurter Rundschau spekuliert darüber, ob China mit seinem angeblichen “Plan C” in den kommenden Tagen das erste Gold erlange. Dem “Bürger-Herold” ist das ziemlich egal, weil die Olympiade in grosssen Teilen eine nationale Schaumschlägerei ist. Gegen sportliche Leistungen haben wir nichts, aber die politsche wie kommerzielle Begleitmusik macht aus dem Sport eine Sekundäreinheit. Während die Welt auf den Medaillenregen wartet, ist das andere olympische Gold zum grössten Teil vergeben. Wie wir das meinen?
Dem chinesischen Lächeln zum Trotz verharrt das Land bei Menschrechtsverletzungen, Überwachung, Zensur[1] und Repressalien. Was den deutschen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zur Meinung veranlasst, man solle doch mehr Respekt vor der Entwicklung Chinas haben[2]. Sogar Michael Vesper[3] findet passende Wort zum Thema Zensur[4][5].
Ja, und das Internationale Olympische Komitee (IOC) geht beispielhaft mit der chinesischen[6] und eigenen[7] Zensur um, denn schliesslich will es ja den grossen internationalen Mitspielern[8] in nichts nachstehen. Derweil badet das IOC im Gold-Platzregen[9] und droht vorsichtshalber mit Klagen, falls das Publikum abgehalten werde, die feilgebotenen Produkte anzuschauen.
Fussnoten:
- China zensiert das Internet – das IOC tut nichts
- „Wir sollten Respekt haben vor Chinas Entwicklung”
- Nazi-Vergleich bringt Vesper unter Druck
- SPD-Chef zensiert kritisches Internet-Forum
- Verhältnisse sind nicht vergleichbar
- IOC-Chef Rogge kassiert sein Versprechen
- Keine Kameras – keine Interviews
- Komplizen der chinesischen Zensur
- IOC meldet Rekordeinnahmen