Drei zu Eins

31. Juli 2008 · Von · Rubrik: Politik

Die SPD hat nicht gemerkt, dass ihr Schiff längst aufs Trockene aufgelaufen ist.

SPD: Ihr Schiff ist aufs Trockene aufgelaufen (c ulp)

SPD: Ihr Schiff ist aufs Trockene aufgelaufen (© vp)

Auf dem Trockenen

Offen gestanden, viel hat der “Bürger-Herold” für den ehemaligen deutschen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) nicht übrig. Aber andererseits meinen wir doch, dass auch eine Partei mit Querulanten leben könnte. Von Querulanten kann man nämlich lernen, z. B. ob an ihrem Querulantentum etwas Wahres dran ist. Aus unserer Sicht verkörpert Clement ziemlich genau das[1], was den Untergang der SPD bewirkt: Die Partei arbeitet an Wähler, Bürger und damit an der Demokratie vorbei, indem sie im Sog des Pro-Neoliberalismus – nicht nur – stramm mitmarschiert.

Die SPD hat ein Problem bzw. sie ist ein Problem[2]: Ihr sind grosse Teile der Sozialdemokratie abhanden gekommen.Ein Parteimitglied weniger schmerzt der SPD nicht so sehr[3]. Insofern kann es sich die SPD leisten, Wolfgang Clement mit dem Vorwurf, er sei parteischädigend[4][5], über Bord zu werfen[6]. Nur, die SPD hat immer noch nicht gemerkt, dass ihr Schiff längst aufs Trockene aufgelaufen ist.

Ast bald abgesägt?

Die SPD schmeisst Clement raus, um ihren blättrigen sozialdemokratischen Anstrich etwas zu übertünchen. Glücklicherweise ist das (Mitglieder)Volk nicht dumm, denn es praktiziert seit Jahren den Rauschmiss, das heisst den Rausschmiss der SPD aus seinem Repertoire. Mitglieder treten einfach aus.

Dass die SPD den Ast absägt, auf dem sie sitzt, ist kein Geheimnis. Dafür gibt es viele Gründe[7]. Seit 1990 bis Ende Juni 2008 ist die SPD um rund 413’000 Mitglieder geschrumpft[8]. Das sind gemessen an der Anzahl Mitglieder von 1990 (943’000 Mitglieder) etwa 44 Prozent. Das hat nicht einmal die CDU (etwa minus 19 Prozent) geschafft, die im selben Zeitraum rund 127’000 Mitglieder verloren hat: SPD- zu CDU-Verlust wie 3,2 zu 1, abgerundet 3 zu 1. Wir betrachten den Clement-Rausschmiss als Vorzeigeaktion, um den elenden Zustand dieser traditionsreichen Partei zu verdecken. Na ja, vielleicht wird Wolfgang Clement noch begnadigt.


Fussnoten:

  1. Herr der Arbeitslosen
  2. SPD – Partei in der Krise
  3. Clements Parteiausschluss spaltet die SPD
  4. Juckreiz bei der SPD über die «Causa Clement»
  5. Die Begründung der SPD-Schiedskommission und Clements Antwort
  6. SPD gibt Clements Rauswurf bekannt
  7. Warum sollte man Mitglied einer fremdbestimmten Partei sein, die obendrein kein Interesse an der Macht hat?
  8. Fortschritt mit Schwund

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  1. [...] Drei zu Eins hat der “Bürger-Herold” geschrieben: “Nur, die SPD hat immer noch nicht [...]