Reportagen in Blogs?
11. Juli 2008 · Von ulp · Rubrik: MedienDer “Bürger-Herold” meint, dass der Reportagestil durchaus für Blogs geeignet ist, so lange keine Phantasien hineinfliessen.
Spannend ohne Sensation
Beim “Bürger-Herold” läuft die Schreiberei im Moment eher auf Sparflamme, aus mehreren Gründen. Unsere “Roseninsel” mit unseren Fotos anlässlich der Rosen- und Kuturwoche in Bischofszell haben für ziemlich Nachlauf gesorgt. Ausserdem brechen wir in ein paar Tagen eine Fotoausstellung ab und bereiten unsere nächste vor. Ja, und im Moment ödet uns die Politik auch an. Trotz allem treibt uns die Neugierde, was andere Blogs so schreiben, immer wieder an. Zeit, einmal ein Kränzlein zu winden.
Bei Kausch & Friends läuft zur Zeit die Serie Versunkenes taucht auf, die spannend beschreibt, was alle “neu” zu sehen ist, wenn der Wasserpegel Talsperre aus Sanierungsgründen gesenkt wird. Wir finden diese Art der Reportagen gelungen, weil sie einerseits etwas Besonderes beschreibt, aber andererseits ohne Sensationen auskommt. OK, vielleicht findet Martina noch einen Saurier – dann kommen wir. Und jetzt haben wir den Bogen zur Reportage.
Im Beitrag Büro, Bierzelt, Bundestag weist “Medienlese” auf das Reporterforum hin, bei dem sich alles um die journalistische Gattung “Reportage” dreht. Ein echter Fundus, unter anderem mit über hundert beispielhaften Reportagen. Klar, Reportagen zu schreiben sind keine leichte Angelegenheit, weil sie mit persönlichem Erleben zu tun haben und eine sehr gute Beobachtungsgabe erfordern.
Reportagen in Blogs?
Ob Reportagen für Blogs interessant sind, ist eine Ermessensfrage. Zudem haben die meisten Blogs recht wenig mit Journalismus zu tun. Trotzdem meinen wir, dass der Reportagestil durchaus für Blogs geeignet ist, so lange keine Phantasien hineinfliessen. Klar, zu grossen Ereignissen haben Blog-Schreiber selten Zugang, aber Spannung ist kein Privileg der grossen Ereignisse oder Sensationen. Dazu Henning Sußebach in Wie finde ich ein Thema?:
[...] Und viertens ist da noch ein Zugang, der neben der weltumspannenden Reportage mickrig und altbacken wirkt und für den ich kein treffendes Wort finde, obwohl ich ihn derzeit am meisten mag: Man könnte ihn Alltäglichkeit nennen. Oder Normalität. Oder die Suche nach dem Naheliegenden, über das man in den letzten Jahren so oft hinweg geblickt hat. [...]
Als “mickrig und altbacken” finden wir die Nebensächlichkeiten keineswegs, denn unser Alltag ist ziemlich gespickt mit Banalitäten, Unbeachtetem, deren Bedeutung uns erst auffällt, wenn sie fehlen. Viel Spass beim Suchen.
Ich habe noch soviele Geschichten um und zur Talsperre und ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, weiterzuerzählen. Im Augenblick ist diese Geschichte bei mir im Blog der “Besucher”Renner, aber ich glaube, dass viele Leser nur auf Spektakuläres aus sind. Dabei sind es die Kleinigkeiten, die mich manchmal rätseln lassen, wie z.B. die Blasen (noch nicht online!), die ich im Basaltsteinbruch fand. Wie sind diese entstanden?? Ist dies ein Zeichen einer kleinen vulkanischen Tätigkeit? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe, dass, wenn ich den Artikel online stelle, sich vielleicht ein Kundiger melden wird, der mir das erklären kann.
@Martina
Ist doch egal. auf was die Leser aus sind – sie kennen wir sowieso nicht richtig.
Ich bin ja kein Geologe, aber wegen des Basalts hilft Dir dies vielleicht dies
ein bisschen weiter.
Ne.. die “Blasen” sehen anders aus! Das Foto werde ich noch einstellen!
Nur heute wird das nicht mehr der Fall sein…
[...] unter die “Lupe” zu nehmen. Dann nämlich sieht man das hier: In einer Unterhaltung mit dem Bürger erwähnte ich die “Blasen”, die ich an der Wand entdeckt hatte. Bislang konnte mir nämlich noch [...]