Anspruchsstaat und -kirche

25. Mai 2008 · Von · Rubrik: Gesellschaft, Kultur

Wie sieht das mit der Versorgungsmentalität des Staates und der Kirchen aus?

Alimentierung von Staat und Kirche

Laut ZDF Heute der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, auf dem deutschen Katholikentag:

[...] “Wir sind in unserem Land in Gefahr, eine Anspruchsgesellschaft zu werden, in der sich mehr und mehr eine Versorgungsmentalität breitmacht” [...],

und schreibt dann in gewohnter Moralmanier vor, wie die erste Frage zu lauten habe:

[...] Was kann ich für den anderen, für die Gesellschaft, für die Kirche tun? [...]

Na ja, falsch ist die Frage nicht. Dann haben wir noch Anschlussfragen, wie das mit der Versorgungsmentalität des Staates und der Kirche aussieht. Lassen sich nicht beide von jenen bestens versorgen, an die der Bischof die Moralforderung stellt? Die staatliche Gier nach allen erdenklichen Steuerquellen dürfte bekannt sein.

Und der Anspruch der Kirchen? Auch sie lassen sich durch enorme, erzwungene Kirchensteuern alimentieren und für einige Wohltaten vorzüglich vom Staat bezahlen, obwohl wir eine Trennung von Kirche und Staat haben. 2004 erhielten die katholische und evangelische Kirche fast 8 Milliarden Euro, wovon ein satter Anteil aus allgemeinen Steuergeldern stammt und nicht von Kirchenmitgliedern. Leider ist die Trennung von Staat und Kirche rein theoretischer Natur. Wenn der Bischof von Anspruchsgesellschaft spricht, dann fügen wir den Anspruchsstaat und die Anspruchskirche hinzu. Was nun?

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