Armutsbericht

20. Mai 2008 · Von · Rubrik: Armut, Politik

3. Armuts- und Reichtumsbericht erscheint bald.

Abwarten

Gerade teilt uns das deutsche “Bundesministerium für Arbeit und Soziales” per Email mit:

[...] Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung kann vorraussichtlich ab Juli nur kostenpflichtig über den Bundesanzeigerverlag bezogen werden. Auf der Homepage des BMAS unter www.bmas.bund.de wird er voraussichtlich ab dem 26.05.08 Ende Juni zum Download bereitstehen. [...]

Zeitangaben im Zitat von uns korrigiert. Das Ministerium hat auf unsere Anfrage sehr schnell geantwort. Wir gehen davon aus, dass dass PDF nicht kostenpflichtig ist. Viel zur Sache haben wir im Moment noch nicht zu sagen, weil uns weiterhin die Resultate fehlen.

Reduktion von 17 Prozent

Ein paar Stimmen:

[...] Noch 2005 lag die Grenze für Armut bei rund 200 Euro höher als heute, was für mich bedeutet, dass noch 2005 die Menschen ein höheres Durchschnittseinkommen hatten. Denn anhand dieses Durchschnittes, besser, einer Reduzierung um einen bestimmten Prozentsatz aus dessen Medians, errechnet sich heute die neue Armutsgrenze. [...],

das schreibt Kausch & Friends. Diese Feststellung ist grundsätzlich richtig.

Der Sprung nach unten – immerhin eine Reduktion des mittl. Einkommens von 938 auf 781 Euro um rund 17% – ist mehr als bedenklich. Dies innerhalb von drei Jahren (2004-2007), was dringendst einer Kritik unterzogen werden muss. Haben wir es mit einem Kunstgriff zu tun? Was ist da faul? Ist da etwas herausdividiert worden?

Problematische Definition

OK, das sind Mittelwerte, die nichts über die Unterschiede Ost-West, männlich-weiblich, Altersklassen usw. aussagen. Die Mittelwerte sagen auch nichts, wie gross die Armut oder das Armutsrisiko tatsächlich ist, denn es gibt noch andere Armutsdefinitionen als diese 50- und 60-%-Mediane. Ein wichtiger Hinweis vom Spiegelfechter zum 60-%-Median:

[...] Diese Definition ist höchst problematisch, da sie sich nicht an den Lebenshaltungskosten orientiert. Man kann nach dieser Definition die Armut beispielsweise senken, wenn man die Löhne im mittleren Einkommensbereich stark kürzt. Dies verschiebt den Median nach unten und die Anzahl derjenigen, die unterhalb der Armutsgrenze von 60% leben müssen, sinkt dadurch. [...]

Auch diese Feststellung ist qualitatv richtig. Allerdings können wir aufgrund der fehlenden Zahlen – wie alt sind sie tatsächlich? – noch nichts Quantitatives aussagen.

Tags: , , ,

Keine Kommentare möglich.