Bittgebet zum Staat

27. März 2008 · Von · Rubrik: Wirtschaft

In der “Zeit” ist ein Bittsteller unterwegs, der eine Bankenrettungsaktion als sozialen Akt versteht.

Des Schreibers Sorge

Es ist schon sehr rührig, wie Mark Schieritz in der Zeit auf den “Knien rumrutschend” sein Stossgebet zum staatlichen Himmel schleudert. Angesichts der Finanzkrise fleht er um die Sozialisierung der Verluste, um Machtworte oder ein obskures “Basta”.

Nein, Mitleid, gibt Schieritz vor, hat er mit den Managern nicht, ab er sorgt sich um die Wirtschaft. Gerade wegen dieser Sorge “führt an solchen Rettungsaktionen kein Weg vorbei”. Vielleicht hat der Mann aber auch nur deswegen Sorgen, wenn er darartiges nicht schreiben würde.

Unterschwellige Erpressung

Wenn man den Beitrag liest, könnte man glatt auf den Gedanken kommen, es geht um einen unterschwelligen Erpressungsversuch, denn wenn der Staat nicht endlich helfe, so lehre es die Geschichte, würden

[...] diejenigen am schwersten getroffen werden, die ohnehin kaum über die Runden kommen. Weil der Job weg ist. Oder der Kredit für das Haus aufgekündigt wird. Die Stütze für die Banken ist nicht nur gut für die Wirtschaft, sie ist auch sozial. [...]

Sozial ist also nicht nur, wie der geschmähte Spruch sagt, “was Arbeit schafft”, sondern wer staatliches Geld in die maroden Finanzmärkte schafft.

Banken- und Finanzmarktsozialismus

Jetzt weiss der “Bürger-Herold” endlich, wie der “Zeit”-Titel

[...] Der Staat muss die Banken retten [...]

zu verstehen ist, nämlich als Banken- und Finanzmarktsozialismus. Fazit: Mark Schieritz muss seine Leser und die Gesellschaft für ziemlich blöd halten, denn fast am Ende seines Beitrags schreibt er noch:

[...] Krisen wird all das nicht verhindern, die Notwendigkeit staatlicher Hilfsaktionen auch nicht. Aber es macht sie billiger. [...]

Wir gehen davon aus, dass der Autor verspätet endlich sein faules Osterei gefunden hat.

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  1. [...] Bittgebet zum Staat hat der “Bürger-Herold” darauf aufmerksam gemacht, wie der Autor auf den Knien [...]