Wahr oder unwahr
20. März 2008 · Von ulp · Rubrik: WirtschaftJosef Ackermann von der Deutschen Bank überholt sich selber – die Bilanz zwischen Ja-Nein oder wahr-unwahr.
Heuschrecken bleiben Heuschrecken (© ulp)
Eiertanz zwischen wahr oder unwahr
Als Josef Ackermann von der Deutschen Bank vor ein paar Tagen (siehe Die wahren “Sozialisten”) nicht mehr an die Selbstheilungkräfte der Finanzmärkte glaubte und nach dem Staat verlangte, so kann dies zum Zeitpunkt seiner Aussagen wahr oder unwahr sein. Aber darüber kann sich ja der Leser Gedanken machen.
Heute hält Ackermann von einer solchen Aussage nichts mehr und geht vom Gegenteil aus, (ARD Tagesschau). Josef Ackermann im eiligen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ):
[...] Leider führen wir hierzulande eine Systemdiskussion zur Rolle des Staates. Doch es geht nicht um den Ruf nach dem Staat und die Rettung von Investoren. [...]
Na ja, so überzeugend tönt Ackermann nicht. Was er sagt, kann aber auch wahr oder unwahr sein. Man muss nicht unbedingt nach dem Staat rufen, es genügt schon, wenn man ihm glaubhaft macht, dass eine staatliche Intervention nötig ist oder sie ihm aufgenötigt wird.
50 Prozent Mittelfinger
Erleuchtend ist das Interview in der FAZ nicht. Denn Josef Ackermann ringt um Worte, die eher dazu dienen, ein anderes, ein beruhigenderes Bild zu zeichnen. Jetzt geht es ihm plötzlich um die Stabilisierung der Realwirtschaft, “damit die sozialen Kosten nicht noch größer werden”, als wenn es keine Zusammenhänge zwischen Finanzmarkt und Realwirtschaft gäbe. Vielleicht will Ackermann die Finanzmärkte auch nur aus dem Schussfeld herausnehmen.
Und ein solches Wischiwaschi soll Vertrauen schaffen. “V” wie Vertrauen, was uns an Ackermanns V-Zeichen erinnert, das immerhin zu 50 Prozent aus seinem Mittelfinger bestand. Ackermann hin oder her, wir belassen es beim untenstehenden Zitat aus BBC News über den Finanzmarkt:
[...] “They’re no worse than ordinary criminals, they’re just basically stealing money from the market,” he said.
“They’re putting out rumours, they’re putting out lies, and they’re taking advantage of the lies they put out, they’re just criminals.” [...]
Irgendwie hat Ralph Silva, von dem dieses Zitat stammt, doch Recht.