Koch auf dem Boulevard
28. Dezember 2007 · Von ulp · Rubrik: GesellschaftDer hessische Ministerpräsident Roland Koch lehnt sich mächtig aus dem Fenster und wettert mit Hilfe des Boulevards gegen die Ausländer.
Luft geht aus
Wenn Politikern die Luft ausgeht, sie etwas zu verlieren haben, dann begeben sie sich rhetorisch auf den Boulevard, um ihr populistisches Süppchen zu kochen. Wenn sie dann keine echten Argument mehr haben, dann thematiseren sie die “Ausländer” – und zwar im nagativen Sinne.
Snapshot: Roland Koch (CDU) saugt sich die Argumente aus den Fingern (Quelle: “Bild”)
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) erinnert uns an den unrühmlichen Wahlkampf der Schweizerischen Volkspartei (SVP). Während dieser Zeit sind die Fetzen geflogen, nicht selten im Unterton eine für manche Wähler verfängliche Ausländerfeindlichkeit. Um den schweizerischen Wahlkampf der SVP nicht noch einmal aufzurollen, verweisen wir auf unser Dossier SVP & Co.
Ein Koch-Brüller
Der deutsche Boulevard brüllt mal wieder und Roland Koch brüllt mit – im Interview. Auf die Frage des Interviewers, ob Deutschland eine Kategorie “deutschfeindlicher Hintergrund” brauche, meint Koch:
[...] Es ist mir völlig egal, welchen Hintergrund Schläger haben. Gewalt bleibt Gewalt. Wir haben aber zu lange ein seltsames soziologisches Verständnis für Gruppen aufgebracht, die bewusst als ethnische Minderheiten Gewalt ausüben. [...]
Mit einer solchen Aussage beweist Koch, dass er nicht einmal das minimalste Verständnis dafür hat, warum etwas in der Gesellschaft vor sich geht. Wem die Hintergründe “völlig egal” sind, ist auch dazu unfähig, Probleme zu lösen. Ohne Kenntnisse der Hintergründe können Politiker nur dem Aktionismus verfallen.
Sprüche klopfen
In Zeiten des Wahlkampfes kommt dann die übliche Sprücheklopferei, wie
[...] Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer. Niemand darf sich hinter seinem „Migrations-Status“ verschanzen. Null Toleranz gegen Gewalt muss ganz früh beginnen und Bestandteil unserer Integrationspolitik sein. Bis vor Kurzem wurden in multi-kultureller Verblendung Verhaltensweisen toleriert, die inzwischen zu hochexplosiven Gruppen-Aggressionen führen können. Wir müssen Schluss machen mit bestimmten Lebenslügen. Die deutsche Position in der Integrationspolitik war lange leider nicht klar genug. [...]
oder
[...] In Deutschland gibt es seit vielen Jahrhunderten eine christlich-abendländische Kultur. [...]
Na ja, der “Bürger-Herold” will jetzt nicht das Christlich-Abendländische bemühen, denn dies hiesse mit vielen christlich-abendländischen Vorkommnissen aufzuräumen. Was wollen diese Leute à la Roland Koch auf der politischen Bühne? Klar, mit dem christlich-abendländischen “regierungsamtlichen” Sprachorgan herumbrüllen, im Gerede bleiben, ein paar Wählerstimmen gewinnen.
Strafanzeige gestellt
Das Interview ist manchem Bürger auf die Nieren geschlagen. Aus Readers Edition erfahren wir:
[...] Wer aber Andersdenkende nicht verleumden, nicht verächtlich machen oder ausgrenzen will, muss eine gemeinsame Basis suchen. Sonst gefährdet er den öffentlichen Frieden. Das haben “Bild”-Redakteur Nikolaus Blome und der hessische Ministerpräsident Roland Koch in zum Glück noch fast beispielloser Weise getan. [...]
Darum stellt der Autor Des “Readers Edition”-Beitrags Strafanzeige wegen Volksverhetzung.