Afrika und der Westen

8. Dezember 2007 · Von · Rubrik: Weltkonflikte

Warum nennt die Kanzlerin Robert Mugabe nicht einen Despoten, einen selbstherrischen Diktator?

Nur kein Klartext

Was im Kopf der deutschen Bundeskanzlerin, Angela Merkel, vorgeht, können wir nicht sagen. Ihre Äusserungen, die zwar aus ihrer Sicht richtig gemeint sind, sind meistens unglücklich, nicht selten nichtssagend. Die ARD Tagesschau berichtet über Merkel vom EU-Afrika-Gipfel in Lissabon:

[...] Der jetzige Zustand von Simbabwe schade dem Bild des neuen Afrikas, sagte sie vor den 73 in Lissabon versammelten Staats- und Regierungschefs aus Europa und Afrika. Simbabwe sei ein Land, in dem wir “Zeuge von schlechter Regierungsführung und Missachtung von Menschenrechten werden müssen”. [...]

Warum nennt die Kanzlerin Robert Mugabe nicht einen Despoten, einen selbstherrischen Diktator? Gut, es entspricht nicht den internationalen Gepflogenheiten – man gibt sich diplomatisch. Den Menschen in Simbabwae nützt es nichts.

Ein neues Afrika?

Was uns jedoch aufstösst ist, dass Merkel von einem neuen Afrika spricht. Was kann sie bloss damit meinen? Wollte man von einem neuen Afrika aus afrikanischer Sicht sprechen, dann ist dieser Kontinent nach wie vor ein Kontinent des Hungers und Elends, der Korruption der grossen und kleinen Kriege – hie und da ein Aufkeimen einer Demokratie, dessen Illusionen schnell wieder verschwinden. Also nichts Neues.

Oder meint Angela Merkel ein neues Afrika aus westlicher Sicht? Auch das bietet kaum Neues, denn Afrika ist der Kontinent gieriger Rohstoffverbraucher, vieler westlicher Lippenbekenntnisse und bescheidener Entwicklungshilfe als Marktfaktor. Und Afrika ist der Kontinent, dem die USA ein militärisches “Kommando Afrika” widmen, um die Rohstoffwege zu sichern.

Bilderschäden?

Punktuell gibt es bestimmt Erfreuliches zu berichten, aber unserer Einschätzung nach ist das Neue am neuen Afrika, wenn man diesen Begriff überhaupt verwenden will, dass es sich um das alte Afrika handelt, an dem der Westen und andere Grossmächte nicht unbeteiligt und nicht unschuldig sind.

Wenn Angela Merkel konstatiert, Simbabwe schade dem Bild des neuen Afrikas, so sind das keine deutlichen Worte. Es geht nicht um Schäden an irgend welchen Bildern, die wir hier und dort zeichnen und pflegen, sondern darum, was Menschen angetan wird – direkt und indirekt. Es gibt viele Mugabes und Simbabwes.

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Ein Kommentar
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  1. Was Angela macht ist einfach nur Gelaber. Sie ist weder an Afrika noch an sonst irgendetwas interessiert, es sei den sie kann hinreisen und hat die Haare schön.

    Wir sollten nicht immer versuchen hinter ihrem Gebrabbel einen Sinn zu suchen. Sinnlose Wortfetzen werden eben nicht sinnhaltig nur weil sie einigermaßen sinnig aneinandergereiht wurden.