Chefredakteurgegacker
30. November 2007 · Von ulp · Rubrik: GesellschaftRoger Köppels “Weltwoche” eignet sich auch dazu, sein eigenes Gegacker zu verbreiten.
Exklusive Scheinargumente
Der Mord an die 16-jährige Lehrtocher in Zürich durch einen Schweizer Armeeangehörigen ist nicht einmal verkraftet worden, um so mehr ist Roger Köppel, Chefredakteur der “Weltwoche” sichtlich bemüht, sich in die Diskussion zu bringen. Klar,
[...] Bei über 300 Todesfällen durch Erschiessen pro Jahr in der Schweiz sind Armeewaffen im Spiel. [...],
wie im Kontext zu erfahren ist, sollte das Problem endlich einmalmal durchdiskutiert und ein Entscheid gefällt werde – hoffentlich zu Ungunsten der Waffe zuhause. Nicht jedoch bei Köppel, der in seinem Weltwoche-Beitrag – Exklusiv-Kommentar genannt – “Republik und Sturmgewehr” die Lage zunächst einmal kleinredet. “Der Höngger Fall beweist garnichts” oder “Es gibt bis heute keinen messbaren Zusammenhang zwischen der breiten Streuung von Schweizer Armeewaffen und der Zahl von Tötungsdelikten”, so Köppels Polemik.
Wirklich faule Ausreden
Roger Köppel redet sich heraus, indem er als Verlängerung der Schweizerische Volkspartei (SVP) lediglich den wackeren Eidgenossen spielen will. Das tönt dann zum Schluss seines Kommentars folgendermassen:
[...] Wer die Schweiz entwaffnen will, entmündigt sie. Die Sicherheit wird dadurch nicht gesteigert. [...]
Zu dumm für Roger Köppel. Denn erstens will niemand die Schweiz entwaffnen und zweitens ist die Sicherheit der Schweiz nicht in Frage gestellt. Es geht darum, ob Armeewaffen im zivilen Umfeld herumliegen und ein Gefahrenpotenzial darstellen. Ohne Armeewaffe wäre der Mord an der 16jährigen Frau nicht passiert. Ohne Armeewaffen, die bei 300 Todesfällen jährlich im Spiel sind, gäbe es weniger Tote. Das sind die Fakten, nicht das, was Roger Köppel faselt.
Bild: Hähne nehmen jedes Gegacker wahr (© ulp)
Gewiss, sich von Traditionen zu trennen, ist nicht einfach. Aber die Frage ist doch, ob die legendäre “Waffe im Kleiderschrank” angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen, wozu leider auch die zunehmende Brutalisierung gehört, noch Bestand haben kann. Wir meinen “Nein”. Zum Schluss: Roger Köppel hat wie schon oft wieder einmal daneben gegackert.