Keine rosige Aussichten
29. November 2007 · Von ulp · Rubrik: MedienBill Keller von der “New York Times” sieht Auflösungserscheinungen bei den Zeitungen.
Vertrauensverlust bei den Medien
Der leitende Redakteur der New York Times, Bill Keller, sagt auf einer Londoner Veranstaltung dem Nachrichtenwesen keine rosige Zukunft voraus, wie dem Guardian Unlimited zu entnehmen ist. Die ernsteste Gefahr für die Zukunft der Zeitungen, so Bill Keller, komme weder vom politischen Druck, vom “saueren Regen” noch von der Blogosphäre oder neuen Business-Modellen,
[...] Es ist der Vertrauensverlust, ein Fehler von Auflösungserscheinungen bei jenen Menschen, die Zeitungen machen. [...],
bzw. im Original:
[...] It is a loss of faith, a failure of resolve on the part of the people who make newspapers. [...]
Kellers voller Redetext steht beim Guardian zur Verfügung.
Aussicht auf Besserung?
Weiter sagte Keller, dass zwar Blogger, Internet-Suchmaschinen oder satirische Talkshows, die auf der ganzen Welt aufblühen, jedoch nie Reportagen ersetzen könnten. Der “Bürger-Herold” sieht das ähnlich, obwohl wir das Wörtchen “nie” nicht verwenden würden.
Wir denken, es ist eine Qualitätsfrage, ob sich ausserhalb der klassischen Medien nicht doch eine Qualitätsberichtserstattung entwickeln könnte. Es wäre für diese neuen Erscheinungsformen ebenso ein Entwicklungspotenzial vorhanden wie für die klassischen Medien, die ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen müssen.