Nie zu früh

27. September 2007 · Von · Rubrik: Medien

Im Zweifelsfall müssen wir uns für “es ist nie zu früh” entscheiden.

Beobachten und schweigen?

Zu unserem Beitrag Politisch inkompetent meint die Schreiberin im Kommentar:

[...] Ich glaube, dass wir diese Blogs zwar beobachten aber nicht weiter öffentlich kommentieren sollten, um den Betreibern nicht eine noch größere Aufmerksamkeit zu gewähren. [...]

Wir können nur für uns sprechen. Und darum sind wir mit diesem Argument nicht einverstanden, denn unterschwellig könnte man dem zweiten Absatz entnehmen: beobachten, aber schweigen. Ein solches Argument ist oft zu hören, z. B. nach dem Schema “Ich weisse es, aber ich sage lieber nichts”.

Es ist nie zu früh

Die Frage für uns lautet immer, wann der Zeitpunkt gekommen ist, ein Schweigen zu durchbrechen, wenn wir eine Angelegenheit beobachten. Es kann zu früh sein, es kann zu spät sein – kein Zwiespalt, aber eine Abwägung. Den Zeitpunkt müssen wir entscheiden, wobei allerdings die Aktualität sehr hilfreich sein kann. Im Zweifelsfall müssen wir uns für “es ist nie zu früh” entscheiden.

Über etwas zu schreiben heisst immer Aufmerksamkeit. Wenn wir entscheiden, eine Geschichte aufzugreifen, so tun wir das nicht, um Betreibern von Websites grössere Aufmerksamkeit zu widmen. Wir schreiben nicht für sie, für Politiker oder für Gruppierungen, die in der Kritik stehen. Der “Bürger-Herold” schreibt für Leser, für Bürger. Ob wir gelesen oder überhaupt wahrgenommen werden, ist unser Risiko.

Für letztere will der “Bürger-Herold”, so gut es geht, Transparenz schaffen, z. B. welche Strategien und Taktiken, welche Vernetzungen, wer mit wem, Argumente, Stil usw. dahinter stehen. Am Ende steht eine andere Aufmerksamkeit, die den Kritisierten nicht angenehm ist. Wir können niemanden ändern, aber wir können sensibilisieren, ein paar Impulse verleihen.

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